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Rund um das Glockengeläut der Kirche Geuensee fand am Dienstag, 23. Juni,  eine öffentliche Informationsveranstaltung der Kirchgemeinde Geuensee statt. Zahlreiche Interessierte nutzten die Gelegenheit, sich über mögliche Anpassungen des Glockengeläuts zu informieren und ihre Haltung einzubringen.

Im Namen der Anwohnenden im oberen Umkreis der Kirche brachte Michael Hafner sein Anliegen vor. Wegen des lauten Glockenschlages und -geläutes werde ihr Schlafverhalten gestört und man wünsche sich deshalb eine Reduktion in der Nacht.

Die Kirchentechnikfirma Rüetschi AG erläuterte dazu die komplexe Glockenmechanik. So bedeuten deren Veränderungen rasch Investitionen von fünfstelligen Beträgen. Sinnvolle Anpassungen der jahrhundertealten Glocken- und Läutetechnik sollten deshalb immer ganzheitlich gesehen und zum langfristigen Erhalt der historischen Anlage beitragen.

Für Simone Parise, Co-Leiter des Pastoralraums Region Sursee, ist das Glockengeläut sinnstiftender Teil des kirchlichen und gesellschaftlichen Lebens. Glocken seien weit mehr als ein akustisches Signal: Sie begleiteten Menschen an Wendepunkten des Lebens und vermittelten bis heute Orientierung in einer zunehmend hektischen Gesellschaft. „Gleichzeitig müssen wir als Kirche auch verstehen, dass sich die Gesellschaft wandelt. Es ist wichtig, dass wir ein offenes Ohr für die unterschiedlichen Bedürfnisse behalten. Deshalb ist jeder Kompromissversuch wertvoll, da er die Einheit und den Zusammenhalt in der Dorfgemeinschaft fördert”, fasste Simone Parise zusammen.

Nach weiteren Stellungnahmen aus der Anwohnerschaft, dem Gemeinderat und seitens Kirchentechnikfirma entwickelte sich eine engagierte und respektvolle Diskussion. Sowohl Befürwortende des bisherigen Glockengeläuts als auch Personen, die Anpassungen wünschen, brachten ihre Argumente ein.

Für Kirchenratspräsident Simon Gisler ist klar: „Eine zeitgemässe Kirche hat im Dialog mit der gesamten Bevölkerung zu stehen.“  Das betrifft insbesondere das Glockengeläut. Hier liege aufgrund der Diskussion des heutigen Abends eine Lösung im Kompromiss. Dazu werde der Kirchenrat in engem Austausch mit den Fachleuten Massnahmen prüfen. Das Ergebnis werde mit der Bevölkerung abgestimmt, so dass an der nächsten Kirchgemeindeversammlung  im November abschliessend ein Entscheid gefällt werden kann.